9. April 2026Web Dashboard
Mein Energie Dashboard: Solar, Batterie und Verbrauch auf einen Blick
Node.jsMQTTVictronShellySolarBatterie

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Sicherheitshinweis — Nachbau auf eigene Gefahr
Netzspannung (230 V): Arbeiten an netzspannungsführenden Teilen sind lebensgefährlich und dürfen ausschließlich von einer qualifizierten Elektrofachkraft unter Beachtung der VDE-Vorschriften durchgeführt werden.
Lithium-/LiFePO4-Akkus: Falsche Verschaltung, Kurzschluss oder unsachgemäßes Laden kann zu Brand, Ausgasen oder Explosion führen. Schutzelektronik (BMS) ist Pflicht. Im Zweifel Fachmann hinzuziehen.
Warum ein eigenes Energie Dashboard?
Ich habe eine Solaranlage mit Batteriespeicher. Die Victron-App zeigt mir zwar Daten, aber ich wollte mehr: Alle Energieflüsse auf einen Blick, Stromkosten berechnen, Einsparungen sehen — und das Ganze im Browser auf jedem Gerät.
Fertige Lösungen wie die Victron VRM Cloud oder Home Assistant Energy Dashboard waren mir entweder zu unflexibel oder haben nicht alle Datenquellen zusammengebracht. Also habe ich mein eigenes Dashboard gebaut.
Die zentrale Frage: Was kostet mich mein Strom wirklich, und wie viel spare ich durch Solar + Batterie?
Die Datenquellen: Victron, Shelly & JK-BMS
Das Dashboard vereint drei Systeme, die sonst getrennt arbeiten:
Victron Venus OS: Liefert Solarertrag, Batterie-SOC, Lade-/Entladeströme und Wechselrichter-Leistung. Alles über MQTT — Victron stellt das von Haus aus zur Verfügung.
Shelly Pro 3EM: Ein Drei-Phasen-Energiemeter am Hausanschluss. Misst den exakten Netzbezug und die Einspeisung — also was wirklich vom Netz kommt und was reingeht. Ohne den Shelly wüsste ich nicht, was mich der Strom kostet. Shelly Pro 3EM bei Amazon*
JK-BMS: Das Batteriemanagementsystem liefert Einzelzell-Spannungen, Temperaturen und Balancing-Status. Wichtig um zu sehen, ob die Batterie gesund ist.
Alle drei senden ihre Daten per MQTT an meinen Server. Dort werden sie zusammengeführt, gespeichert und ans Frontend gestreamt.

Technik: Node.js, MQTT, MongoDB & WebSocket
Der Stack ist bewusst einfach gehalten:
Backend (Node.js + Express): Empfängt MQTT-Nachrichten von allen drei Quellen, verarbeitet und normalisiert die Daten. Berechnet Kosten, Autarkie und Einsparungen.
Datenbank (MongoDB): Speichert historische Messwerte. Damit kann ich Tages-, Wochen- und Monatsvergleiche machen. Wie viel Solar hatte ich im März vs. April?
Echtzeit (WebSocket): Das Frontend bekommt live Updates — kein Polling, keine Verzögerung. Der Energiefluss aktualisiert sich in Echtzeit.
Frontend: Schlankes Web-Interface mit Chart.js für die Graphen. Responsive, läuft auf Handy, Tablet und Desktop.
Das Ganze läuft auf meinem NUC (kleiner Homeserver) und ist über mein lokales Netzwerk erreichbar.
Was das Dashboard zeigt: Energiefluss in Echtzeit
Das Herzstück ist die Energiefluss-Visualisierung: Ein Diagramm zeigt in Echtzeit, woher der Strom kommt und wohin er fließt.
Solar → Batterie: Sonne scheint, Batterie lädt.
Solar → Haus: Direktverbrauch vom Dach — der günstigste Strom.
Solar → Netz: Überschuss wird eingespeist.
Batterie → Haus: Abends und nachts liefert die Batterie.
Netz → Haus: Was Solar und Batterie nicht schaffen, kommt vom Netz.
Dazu zeigt das Dashboard:
- Tagesbilanz: Erzeugt vs. verbraucht, Autarkiegrad in Prozent
- Kostenberechnung: Was hätte der Tag ohne Solar gekostet? Was habe ich gespart?
- Batteriezustand: SOC, Zellspannungen, Temperatur — alles vom JK-BMS
So sehe ich auf einen Blick: Heute war ein guter Solartag, 85% Autarkie, 2,40€ gespart.


Learnings: Was ich dabei gelernt habe
MQTT ist der Schlüssel: Alle drei Systeme sprechen MQTT. Das macht die Integration einfach — ein Topic subscriben, Daten parsen, fertig. Kein Polling, keine REST-APIs, keine Latenz.
Shelly ist Gold wert: Ohne den Shelly Pro 3EM* am Hausanschluss hätte ich keine echten Kostendaten. Victron zeigt nur die eigene Seite (Solar + Batterie), aber nicht was wirklich vom Netz kommt.
MongoDB für Zeitreihen: Funktioniert gut genug für meinen Zweck. Für größere Setups würde ich InfluxDB nehmen, aber MongoDB ist einfacher aufzusetzen und ich nutze es bereits für andere Projekte.
WebSocket statt Polling: Der Unterschied ist spürbar. Das Dashboard fühlt sich live an, nicht wie eine Seite die alle 5 Sekunden neu lädt.
Lohnt sich Solar mit Batterie? Meine Zahlen
Das Dashboard liefert mir die Antwort in harten Zahlen. An sonnigen Tagen erreiche ich 80–95% Autarkie — fast der gesamte Stromverbrauch kommt von Solar + Batterie. Im Winter sieht es anders aus, da liegt die Autarkie bei 20–40%.
Über das Jahr gerechnet spart mir die Anlage deutlich Stromkosten. Das Dashboard macht das transparent und motiviert, den Verbrauch in die Sonnenstunden zu legen — Waschmaschine mittags statt abends.
Wer sich fragt "Lohnt sich eine Solaranlage mit Batteriespeicher?" — die Antwort bekommt man nur mit echten Daten. Und die liefert mein Dashboard.
Mehr technische Details zu diesem Projekt:
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Mike Sobczinski
Embedded-Entwickler und Schichtarbeiter in der Halbleiterindustrie. Baut IoT-Lösungen mit ESP32, LoRa und Home Assistant — von der Firmware bis zum Dashboard.
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